Verunreinigung identifiziert und beseitigt

Wichtige Mitteilung an alle Haushalte der Gemeinden Aham und Gerzen:
Aktueller Stand vom 22. September 2016 

Bis zur abschließenden Überprüfung des betroffenen Rohrleitungsnetzes
bleibt das Abkochgebot des Gesundheitsamtes vorerst sicherheitshalber in Kraft.

Wir informieren Sie laufend über den aktuellen Stand.

Für Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne über unser Service-Telefon
unter 08744 / 96120 rund um die Uhr zur Verfügung.

Schnelle Schadensbeseitigung im Akutfall

Die Ursache der Verschmutzung mit coliformen Keimen im Trinkwasser vom Montag 19. September 2016 wurde ermittelt und umgehend beseitigt. Es handelte sich um eine organische Verschmutzung in Form eines Kleintieres in Mausgröße im Hochbehälter Wimm. Das Tier hatte sich vermutlich von außen über eine Leckage in den unterirdischen Entsorgungsrohren in den rund 40 Jahre alten Hochbehälter verirrt.

Das Kleintier befand sich an einer versteckten Stelle am Boden des Hochbehälters, die bei der personellen Routine-Inspektion vor Ort von keiner Stelle aus einsichtig war. Erst nachdem das Wasser aus dem Behälter abgelassen war und dieser zur Inspektion betreten werden konnte, konnte der Grund der Verschmutzung festgestellt werden.

Die Verschmutzungsquelle wurde am Dienstag, den 20. September 2016, identifiziert und entfernt, der Hochbehälter wurde nach der vollständigen Entleerung, grundgereinigt und desinfiziert. Seit Mittwochmittag 21. September 2016 ist der Behälter wieder ins Netz eingebunden. Das Wasser wird zur Sicherheit auch weiterhin desinfiziert, d.h. gechlort, damit auch der entfernteste Anschluss im weitläufigen WMV-Rohrnetz erreicht wird. Parallel werden weiterhin in kurzen Abständen an unterschiedlichen Stellen im Netz mikrobiologischen Proben gezogen und diese labortechnisch überprüft.

Sobald das gesamte von der Verunreinigung betroffene Netz nach eingehender Prüfung wieder absolut keimfrei ist und das Gesundheitsamt grünes Licht gibt, wird die bestehende Abkochanordnung aufgehoben. Wir werden die Bürger im Bereich Gerzen und Aham hierüber umgehend informieren.

Weitere Vorgehensweise und Präventivmaßnahmen

Auch nach Aufhebung der Abkochanordnung wird die WMV dem Trinkwasser im Gebiet um Gerzen und Aham temporär weiterhin Chlor beigegeben. Die WMV-Werkleitung und das Gesundheitsamt haben dies als befristete Präventivmaßnahme vorgeschlagen. Diese soll solange gelten, bis der mittlerweile in die Jahre gekommene Hochbehälter in Wimm von einem externen Gutachterteam auf Herz und Nieren geprüft wurde. Insbesondere das teilweise unterirdische Abflusssystem vom Hochbehälter zum außenliegenden Gully könnte eine mögliche Schwachstelle darstellen.

Hintergrundinformationen zum Thema Trinkwasser-Desinfektion mit Chlor

Diese Vorsichtsmaßnahme ist über die aktuelle Schadensbehebung hinaus gleichzeitig auch ein wirksamer Beitrag zum Thema „Vorbeugender Verbraucherschutz“. Dieser ist sinnvoll und notwendig, weil zunehmende Klimaereignisse, wie Starkregen oder Bodenerosionen aufgrund lang anhaltender Trockenperioden etc. sowie begünstigt durch den kiesigen Untergrund und eventuelle, altersbedingten Kapillareffekte im Rohrsystem – d.h. Undichtigkeiten durch nicht sichtbare bzw. unterirdische Risse – Wasseransammlungen im Behälteruntergrund möglich machen und damit eine potenzielle Verkeimungsquelle liefern.

Technische Sofortmaßnahmen am Hochbehälter Wimm:
Dichtheitsprüfung zur Sicherung der Trinkwasserqualität

Die von der WMV-Werkleitung empfohlene Prüfmaßnahme ist die Tracergas-Methode – ein modernes, wirkungsvolles Verfahren, um Leckagen auch an schwer zugänglichen Stellen verlässlich zu orten. Die Kosten des Verfahrens betragen rund 10.000 EUR.

Je nach Ergebnis der Dichtigkeitsprüfung kann dann als Zwischenlösung bis zu einer Grundsanierung des Hochbehälters der Einbau eines modernen Schutz-Syphons mit Desinfektionsmittel-Beigabe eventuelle organische Verschmutzungen aufgrund Undichtigkeiten im alten Rohrsystem verhindern. Damit wären die alten, unterirdischen Klappen – die nach Jahrzehnten im Einsatz heute eine Schwachstelle im System darstellen können – fürs erste mit moderner Technik wieder abgesichert.

Zur Finanzierung kommunaler Zweckverbände

Instandhaltung und Sanierung der bestehenden Infrastruktur gehören grundsätzlich zum Kernauftrag der Daseinsvorsorge eines kommunalen Wasserversorgungsunternehmens, ebenso wie die Qualitätssicherung des Trinkwassers für die Bürger. Der Umstand, dass kommunale Zweckverbände gemeinwohl- und nicht profitorientiert arbeiten, garantiert allen Bürgern den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu einem absoluten moderaten Preis.

Der jeweils möglichst günstigste Verbraucherpreis ist oberstes Gebot für kommunale Zweckverbände. Allerdings bleibt dabei auf der anderen Seite wenig Spielraum für große Investitionen oder Rücklagen für spontane Ereignisse. Zudem bekommen kommunale Zweckverbände keinerlei Bezuschussung. Auch nicht in Ausnahme- oder Notfällen. Sie müssen sich grundsätzlich selbst finanzieren. D.h. zur Kostendeckung für alle notwendigen Maßnahmen zur Erfüllung ihres gesellschaftlichen Auftrags stehen ihnen einzig und allein die erhobenen aktuellen Gebühren zur Verfügung. Diese orientieren sich u.a. am aktuellen Bedarf von Instandhaltung und Sanierung etc. und werden jeweils langfristig, zukunftsorientiert und nachhaltig geplant. D.h. alle geplante Maßnahmen gelten nicht nur kurzfristig, sondern müssen i.d.R. für einen Investitionszeitraum von 40 bis 50 Jahren am Gemeinwohl ausgerichtet sein. >>> Weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier: Details zum aktuellen WMV-Wasserpreis und zu allgemeinen Fragen rund um den Wasserpreis.

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